Interview mit einer DDR Zeitzeugin

Wie war es in der DDR zu leben und welche Risken barg es wenn man öffentlich gegen das Regime protestierte?

Diese Fragen und viele weitere, hat am 22.01.2020 die ehemalige DDR-Bürgerin und dementsprechend auch Zeitzeugin Freya Klier den Zehntklässlern beantwortet.

In vier Stunden hat sie uns von ihrem ganzen Leben erzählt, auch um uns die Umstände und Bedingungen, die damals geherrscht haben näher zu bringen.

Freya Klier ist unter anderem Autorin, Regisseurin und war aktive DDR-Bürgerrechtlerin.

Am meisten hat mich die emotionale Wucht mitgenommen mit der sie von ihrem Leben erzählt hat, es ist nochmal ein ganz anderer Eindruck wenn ein Zeitzeuge von seinem Leben erzählt als ein Lehrer der den Stoff nüchtern rüberbringt.

Freya Klier leistet jedes Mal eine enorme Leistung wenn sie sich vor einer Schulklasse oder anderen Zuhörern öffnet und von ihrem zum größtenteils schweren Leben erzählt.

Sie wurde vom Staat kontrolliert, wurde vergiftet und auch verhaftet – In dieser Zeit konnte sie auch nie ihre Tochter sehen.

Während dem Vortrag wurde mir und bestimmt auch vielen anderen nochmal bewusst wie schwer es gewesen sein muss in dieser Zeit zu leben. Auch wie glücklich wir uns schätzen können in einer Demokratie zu leben, in der man seine eigene Meinung vertreten kann und sich nicht dem Regime beugen muss.

Außerdem können wir alle gehen wohin wir wollen und auch wann wir wollen, wir werden nicht ständig überwacht, nicht jeder Schritt von uns wird dokumentiert und festgehalten.

 Worüber ich auch besonders froh bin ist, dass keinem von uns das Abitur verweigert wird wenn wir zum Beispiel nicht den Ansichten unserer regierenden Politiker zustimmen. Denn jeder von uns sollte das Recht haben sich so weiter zu bilden und auch in jegliche Richtungen, die man will.

Ich bin einfach sehr froh, dass ich in einer Zeit lebe in der ich nicht in meinen Entscheidungen eingeschränkt bin in einer Zeit in der ich schlicht und einfach frei bin.

Damit spreche ich sehr wahrscheinlich für viele meiner Mitschüler, denn wir alle könnten uns ein Leben in einem so krassen Überwachungsstaat, wie die DDR es war, nicht vorstellen.